Begonnen hat alles mit einer Operation am kleinen Zeh. Mein lang ersehnter Wunsch nach einer Gitarre wurde mir von Oma Mine und meiner lieben Mutter erfüllt. Ich bekam eine traumhafte Konzertgitarre. Der Grund warum mein Vater mir keine Gitarre geben wollte war, weil ich Hänschen klein total falsch gesungen habe. "Wer nicht singen kann, braucht auch nicht Gitarre spielen" war unverständlicher Weise, die Meinung dieses selbst begnadeten Musikers. Letzlich spielte er mit wirklichen Größen der Musikszene wie z. B. Rigo Reinhardt, Heinz Fischer, Albert Eckstein, Felix ? u.v.m. zusammen.

Zum Üben hat man mich nie antreiben müssen. Nach einem Jahr Musikschule Neu-Ulm war mir bereits klar, dass ich auch nicht den klassischen Vorstellungen meines Gitarrenlehrers Herr Pilsl entspreche. Meine Ohren waren für die Tanzmusik geprägt.

Nach autodidaktischer Arbeit auf den 6 Saiten, waren die ersten Akkorde mühsam einstudiert. Ich kann mich noch gut erinnern. Das erste Lied in C-Dur mit G7 im Schlepptau - "Aus grauer Städte Mauern". Danke Mamma, für Deine Geduld und dass Du so verständnissvoll mitgesungen hast - Stunden lang. Ich liebe Dich!

Mein erster Auftritt war dann inoffiziell, weil ich eigentlich noch viel zu jung war. Mit 14 Jahren bat mich ein schon älterer Akkordeonist ob ich nicht einen Fasching mit ihm spielen würde. Das durfte ich natürlich nicht meinen Eltern erzählen, aber die Gage war verführerisch. Also war der Auftritt im Gasthaus "Strudel" in Ulm perfekt. Dann flog die ganze Sache auf, weil der Akkordeonist meine Mutter kannte, was ich vorher nicht wusste. Ging aber nochmal alles gut!

Aus der Schulzeit heraus war eine ganze Zeit lang Willy Disque, der alte Hugenotte, mein Wegbegleiter. Der erste Proberaum war gefunden. Am Eselsberg in den "Stifterstuben". Die erste Probe im Kellerraum verlief so, dass wir zwischen aufgehängter, feuchter Bett- und Tischwäsche gestanden haben und uns an "CCR" versucht haben. Das war schnell zu Ende. Willy wollte progressivere, transzendentale Musik machen. Meine Vorstellungen waren zu spießig! Noch ein kleines Konzert in der Wengenkirche, dann war es aus. Ich mag Willy heute trotzdem noch gern.

Dann sucht eine Band einen Gitarristen!
Mit einer geliehenen Gretsch Halbakkustik und einer Fahrt mit dem Bus nach Böfingen - Endstation Halteschleife. Einem anschließenden Fußweg bergab nach Thalfingen in die Ulmer Straße. Zu Familie Bischoff. Das Vorspiel bestanden, war ich plötzlich Mitglied einer Band! Hurra, war das geil! Bandmitglied der "The Marbles".

Viele Jahre gemeinsame Proben und viel Auftritte. Ein besonderer Dank gilt dabei Herrn und Frau Bischoff, die letztendlich alles ermöglicht haben. Bertel hatte immer einen guten und weisen Rat. Frau Bischoff sorgte öfters für das leibliche Wohl. Ich umarme sie innigst. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass mein Leben auch dadurch einen positiven Verlauf nehmen durfte.

Es dauerte nicht lange, dann war auch Peter Nusser aus Westerstetten ein neues Bandmitglied. Dass es eine meiner wichtigsten Begegnungen im Leben sein würde, war mir damals noch nicht klar. Für die von uns in Eigenregie veranstalteten Wohltätigkeitsveranstaltungen benötigten wir immer wieder auch Mithilfe von Freunden. Peter brachte auch Freunde und Freundinnen aus Westerstetten mit. Auch hier eine unglaublich wegbeschreibende Begegnung. Sigi! Im Hawaii-Club dann an Silvester war die erste enge Freundschaft beschlossen. Dass es die Frau für den Rest meines Lebens wird - unglaublich. Das schöne daran ist, dass ich Sigi immer noch liebe. Selbstverständlich gab es up and downs. Danke mein Schatz für all Deine Toleranz und Dein Verständnis.

So, bald geht es weiter im Text. Jetzt bin ich müde und die Nacht wird kurz.